NAMIB - ein neuer Weg

Die Welt ist so groß und hält so viele Abenteuer bereit - wir wollen unseren Teil abhaben!

Auf einer ersten Reise mit dem Wharram-Katamaran AORAI haben wir die Freiheit kennen gelernt. Unsere Freiheit - die Freiheit jeden Tag entscheiden zu können, was wir machen und wie wir es machen wollen. Die Freiheit Pläne zu schmieden und sie wieder über den Haufen werfen zu können und die Freiheit Fehler zu machen. Niemand außer uns wird diese Fehler korrigieren, aber wie toll ist es zu sehen, was man alles schaffen kann!
In 2009 sind wir mit unserem Katamaran aufgebrochen zu einer Reise, die uns in 2,5 Jahren einmal rund um den Nordatlantik führen sollte. Doch anstatt über den Atlantik in der Karibik sind wir in Brasilien gelandet. In Südamerika haben wir auch noch Argentinien und Uruguay besucht, bevor wir tatsächlich in der Karibik angekommen waren.

Und wir haben die Kehrseite der Freiheit - nämlich das Tragen der daraus resultierenden Konsequenzen - kennengelernt. Nachdem wir unseren Sperrholzkatamaran gegen ein Stahlschiff eingetauscht und in den USA ein Jahr lang aus- und umgebaut haben, mussten wir es auf dem Weg nach Bermuda aufgeben - ein Verlust der uns schwer getroffen hat.

Ohne Schiff haben wir die darauf folgenden zwei Jahre, von Ende 2014-1016, zurück in Deutschland verbracht, haben versucht uns wieder in das normale Leben zu integrieren mit Jobs, Wohnung und allem Drumm und Dran.
Doch wir hatten das Gefühl, dass die Reise noch nicht zu Ende war. Sie wurde gewaltsam unterbrochen,und wir waren für diese Heimkehr noch nicht bereit.

Eine glückliche Fügung hatte uns zu einem neuen wunderbaren Schiff verholfen und wir sind mit NAMIB wieder zu neuen Ufern aufgebrochen. Die Reise konnte weiter gehen!

Wir hatten zwei weiter Jahre geplant, um nun doch endlich einmal nach Kanada zu kommen und von dort zurück nach Europa zu segeln. Dort und dann sollte der tatsächliche Neuanfang an Land beginnen.

Unsere letzte Entdeckungsreise im Überblick:

Im August 2016 sind wir in Preveza/Griechenland gestartet und haben bis Ende September unsere Zeit im Ionischen Meer verbracht, da wir Mitte September schon die ersten Freunde an Bord begrüßen durften. Ab dann machten wir uns auf den Weg Richtung Westen, haben Sizilien und Sardinien besucht. Auf der Strecke von Sizilien nach Sardinien gab es die ersten technischen Probleme, das Hilfsruder der Windpilotanlage brach ab und der Motor fing an fürchterlich zu rußen. In Italien haben wir es leider nicht geschafft die Fiat Maschine repariert zu bekommen.

Mit hustender Maschine ging es weiter nach Malaga und Gibraltar, bevor wir im November den Absprung zu den Kanarischen Inseln wagten. Dort haben wir jedoch nur drei Wochen verbracht, zwei davon in La Palma mit einer recht erfolgreichen Motorreparatur und einem neu gebauten Hilfsruder.

Den Dezember haben wir auf den Kap Verden verbracht und von dort Anfang Januar unsere mittlerweile schon Fünfte! Atlantiküberquerung begonnen. Ankunft in der Karibik war diesmal Tobago, eine Insel, die uns richtig gut gefallen hat - der karibische Traum aus dem Bilderbuch.

Die folgenden Monate sind wir den Inselbogen auf und ab gesegelt, bis ein neuer Absprung im Mai 2017 von den US-Virgins in die USA an stand. Zurück in der Chesapeake Bay wollten wir nur unsere Freunde in Tilghman besuchen, bevor wir weiter nach Norden, Nova Scotia und Neufundland, segeln wollte. Aber wieder einmal lief Alles anders als geplant und wir sind in Tilghman geblieben, haben im Juli NAMIB an Land gestellt und sind mit einem Mietwagen sechs Wochen quer durch die USA gefahren. Ein Erlebnis ganz anderer Art!

Der Trip nach Norden - Anlauf Nummer Drei - war nun für 2018 geplant. Dann sollte es auch wieder zurück nach Deutschland gehen, über Island und Norwegen. Große Entscheidungen, wie es anschließend für uns weiter gehen sollte, standen erst für diesen Zeitpunkt an. Bis dahin wollten wir unsere Zeit unterwegs genießen.

Aus familiären Gründen haben wir den Trip nach Kanada jedoch leider schon wieder streichen müssen und sind im Mai 2018 aus der Chesapeake Bay heraus direkt über die Azoren zurück gesegelt. Seit Juli 2018 sind wir in Flensburg für den ersten Einstieg zurück an Land. Der befristete Job als Hafenmeister ist dafür so etwas wie eine langsame Entwöhnung ;-)